Es gibt viele große Städte in Europa, sie sind schön und sehenswürdig, aber Berlin ist für mich etwas anders. Als Hauptstadt repräsentiert Berlin die Etappen der deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert: die Metropole des Kaiserreichs, die erste deutsche Demokratie nach Weltkrieg und Revolution, den nationalsozialistischen Unrechtsstaat und die deutsche Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg. Berlin ist politisch, historisch und außerdem literarisch. Nicht nur die Siegessäule, die Wim Wenders in seinem Film gezeigt hat, sondern auch die unzähligen Ecke, die geheimnisvollen Hinterhöfe überall in dieser Stadt sind faszinierend. Diese Stadt ist für mich wie ein Gedicht, das verschiedenartig interpretiert wird.
Berlin wurde schon von vielen Schriftstellern beschrieben, es gibt überragende literarische Werke wie Z.B «Goodbye to Berlin» von Christopher Isherwood und «Berlin, Alexanderplatz» von Albert Döblin. Man kann sich die Atmosphäre einfach vorstellen vor der Ankunft in Berlin. Aber wenn man wirklich nach Berlin kommt, hat man bestimmt andere, erstaunliche Erfahrungen als das, was man erwartet hat. 70% der Gebäude in Berlin wurden im Krieg zerstört, bei manche wurde die ursprüngliche Struktur erhalten, als Denkmäler zu sein; manche wurden abgerissen, um neue Gebäude zu bauen. Deshalb bleibt Berlin immer noch eine Stadt der Gegensätze. In kurzen Abständen wechseln sich anspruchsvolle, zukunftsweisende Architektur des 21. Jahrhunderts ab mit belanglosen Bauten, ausgestorben wirkende Viertel mit Gegenden voll vitalen urbanen Lebens.
Berlin ist auch bereit zur Veränderung. Vor drei Jahre bin ich in dieser Stadt gewesen, und jetzt hat es sich stark verändert: das neue Olympische Stadion, der neue Spreebogen sogar der Kettenladen ‚Starbucks’. Dieses Jahr gibt es nicht mehr die ‚Love Parade’, aber man kann sonst in eine Technodisco gehen, dort werden viele Sonderprogramme als Ersatz für ‚Love Parade’ geboten.
In der Nacht, besonders nach 21 Uhr, zeigt Berlin einen anderen Ausdruck. Viele Leute treffen sich in der Kneipe, sie trinken und unterhalten sich bis tief in die Nacht. Die Kneipenkultur ist offen und lebhaft, und ich glaube, dass man dadurch typische Berliner kennenlernen kann.
Freiluftkinos sind besonders gut. Man setzt sich auf den Platz und sieht den Film. Die Atmosphäre und Umgebung ist immer angenehm und mir hat es ganz gut gefallen.
Selbstverständlich gibt es tolle Ausstellungen in den Museen, den Galerien. Man braucht viel Zeit, wenn man alle Ausstellungen in Berlin besuchen will. Pop Kunst im Hamburger Bahnhof Museum, Antike in der Alten Nationalgalerie und zeitgenössische Kunst – man wird schnell geblendet.
Berlin ist – ich würde sagen – keine moderne Stadt. Sie ist auch nicht besonders schön, aber sie hat eine eigene Stimmung, und ich interessierte mich für die Vermischung zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Post-moderne. DAS IST BERLIN!

